Glasfaser: der große Corona-Gewinner

Dezember 2020 – Die Glasfasertechnologie steht in Deutschland vor dem großen Durchbruch. Nicht zuletzt die Corona-Krise bringt einen weiteren Schwung in Sachen Digitalisierung – und beschert den Erbauern und Betreibern der ultraschnellen Netze auf Jahre hinaus eine Sonderkonjunktur. Die Hamburg Commercial Bank ist in der Branche bestens vernetzt und gefragter Finanzierungspartner.

Frau vor einem Laptop in einer Videokonferenz

Vom 2. bis 3. Dezember 2020 findet der weltweit größte Branchentreff zum Thema Glasfaser statt: die FTTH Virtual Europe Conference. Und das erstmalig virtuell, denn infolge der Corona-Pandemie musste das ursprünglich im Frühjahr auf dem Berliner Messegelände geplante Meeting ausfallen. Das tut der Attraktivität des Programms keinen Abbruch: Auf der digitalen Messe treffen namhafte Betreiber wie die Deutsche Glasfaser auf Industriegrößen wie Nokia, Huawei, DKT und Commscope. Das exklusive Feld komplettieren global tätige Investoren wie Macquarie, EQT oder Cube und die in der Glasfaserfinanzierung führenden Banken, darunter die Europäische Investitionsbank (EIB), ING sowie die Hamburg Commercial Bank.

Die Hamburg Commercial Bank ist bereits seit vielen Jahrzehnten gefragter Finanzierer, Ratgeber und Türöffner im Segment der Infrastrukturinvestitionen. Mit dem Siegeszug der Digitalisierung hat sich das Augenmerk der Hamburg Commercial Bank vor allem in den vergangenen Jahren stark auf das Thema Glasfaser gerichtet.

„Wir stehen vor dem Beginn einer rasanten Entwicklung beim Ausbau der Glasfasernetze in Deutschland und Europa.“

Stefan Leiwesmeier, Head of Financing Digitial Infrastructure bei der Hamburg Commercial Bank

Rückstand ist eine gewaltige Chance

Das schnelle Internet ist gerade in Deutschland oft noch mehr politische Absicht denn wirtschaftliche Realität. Mit einem Glasfaseranteil von gerade einmal 4,1 Prozent hinkt Deutschland international hinterher. Nur in vier OECD-Staaten war der Anteil der Glasfaseranschlüsse noch geringer als in Deutschland, unter anderem in Österreich und Großbritannien.

Diese Bestandsaufnahme lässt sich aus Sicht von Steffen Leiwesmeier aber auch komplett um 180 Grad drehen. „Dann wird aus dem Rückstand eine gewaltige Chance. Wir stehen vor dem Beginn einer rasanten Entwicklung beim Ausbau der Glasfasernetze in Deutschland und Europa. Denn die Datenvolumina der privaten Endnutzer haben in Zeiten des Homeoffice kurzfristig exponentiell zugenommen. Die derzeitigen Angebote der Kabelnetzbetreiber und der VDSL- Telefonbetreiber werden schon bald nicht mehr ausreichen. Dann gibt es nur noch eine Alternative: Glasfaser mit mindestens einem Gigabit im Down- und Upload“, sagt der Head of Financing Digital Infrastructure bei der Hamburg Commercial Bank.

„Die Corona-Pandemie hat vielen die Augen geöffnet. Die Vorteile der Digitalisierung wurden auf einen Schlag deutlich. Aber zugleich wurde auch klar, wie groß vielerorts noch der Nachholbedarf ist. Denken Sie nur an all die verwackelten Bilder während der unzähligen Zoom- oder Teams-Konferenzen“, sagt Leiwesmeier, der seit Frühjahr dieses Jahres als Treasurer im neunköpfigen Board des Fachverbands FTTH Council Europe sitzt, des Ausrichters der FTTH Virtual Europe Conference.

Bauarbeiter vermisst eine Straße

2020 wird zum Jahr des Durchbruchs

Die Hamburg Commercial Bank ist seit Langem am FTTH-Markt als Finanzierer, Brückenbauer zwischen Projektmachern und Investoren sowie Türöffner in die Politik tätig. Klar, dass sie da nicht als aktiver Teilnehmer auf der FTTH Conference fehlen darf. Vier Panels sind mit hochkarätigen Teilnehmern der HCOB besetzt, unter anderem mit Dr. Nicolas Blanchard, Chief Clients and Products Officer Hamburg Commercial Bank, Inka Kinger, Global Head of Infrastructure, und Executive Director Thomas Miller.

In einem Panel, das die HCOB organisiert, werden die Ergebnisse aus einer zusammen mit der University for Applied Science Bremen und YouGove durchgeführten Umfrage präsentiert. Gefragt wurde nach der Zahlungsbereitschaft der privaten Nutzer für eine Glasfaserverbindung in ihr Haus. „Die von uns gestellten Projektfinanzierungen zielen in erster Linie auf die eingenommenen Gebühren der privaten Endnutzer ab. Insoweit ist es wichtig zu wissen, dass private Hauseigentümer auch wirklich bereit sind, einen Beitrag zu entrichten. Es gibt offenbar eine Hemmschwelle für den Einstieg zu zahlen. Deshalb ist Vorvermarktung das A und O beim Glasfaserausbau“, sagt Leiwesmeier.

Verschiedene Glasfaserkabel

Zu den Kunden der HCOB gehören in erster Linie mittelgroße Erbauer und Betreiber von Glasfasernetzen, die schnelles Internet zu Bürgern und Unternehmen fernab der großen und bereits gut versorgten Ballungsräume bringen. Also auch dorthin, wo das Herz des deutschen Mittelstands schlägt.

Für FTTH-Experte Leiwesmeier könnte 2020 zum großen Durchbruch für die Glasfaser werden: Weil das Datenvolumen mit und nach Corona ungleich angestiegen ist. Weil halb Deutschland sich aus dem Homeoffice ins Büro einwählt. Weil viele auch nach dem Abebben der Pandemie dort bleiben werden. Weil Bürger und Unternehmen zunehmend bereits sind, für ultraschnelles Internet mehr zu bezahlen. Und weil „der Markt erwachsen geworden ist“, wie es Leiwesmeier formuliert. „Wir beobachten, dass sich zunehmend große Investoren bei kleineren Glasfaserfirmen einkaufen. Dem Markt tut das gut, er wird dadurch finanzstärker, noch investitionsfreudiger und noch professioneller.“

Mit ihrem tiefen, über Jahre gewachsenen Branchen-Know-how ist die HCOB häufig gefragter Finanzierungspartner. Immer häufiger vermittelt die Bank dabei neben eigenen Krediten auch Fördergeld aus dem Programm „Investitionskredit Digitale Infrastruktur“ der staatlichen Förderbank KfW.