Sicherer Handel dank sicherem Zahlungsverkehr

Juli 2020 – Langsam, aber stetig kehrt Bewegung in die Weltwirtschaft zurück. Doch der globale Handel wird nach überstandener erster großer Corona-Virus-Welle ein anderer sein als zuvor: risikobehafteter und risikobewusster zugleich. Vor allem deutsche Importeure möchten künftig noch stärker auf Nummer sicher gehen. Die notwendigen Mittel dazu sind längst erfunden: dokumentäre Zahlungen mit Inkasso und Akkreditiven. Auf dem Spezialgebiet des Zahlungsverkehrs kennen die Experten der Hamburg Commercial Bank jedes Detail.

„Aus der Nessel Gefahr pflücken wir die Blume Sicherheit.“ William Shakespeares Bonmot ist auch vier Jahrhunderte später noch aktuell – wenn nicht aktueller denn je. Glücklicherweise mehren sich die Anzeichen für eine Erholung in der Weltwirtschaft nach dem Schock der ersten Corona-Welle. Doch die Pandemie ist längst noch nicht gebannt, das Infektions- wie auch das wirtschaftliche Rückschlagpotenzial entsprechend groß. „Wie lässt sich Handel treiben in diesen unsicheren Zeiten?“, lautet die bange Frage vieler deutscher Unternehmer. Besonders die mittelständischen Firmen sind aufs Engste mit der übrigen europäischen Wirtschaft, aber auch ausländischen Volkswirtschaften mit anderen Währungs- und Rechtsräumen verbunden. „Der Handel nach Corona wird ein anderer sein“, meint Andreas Beckmann, Abteilungsdirektor und Team Head Trade Finance bei der Hamburg Commercial Bank. „Doch die Instrumente, mit denen gerade der Import in Zeiten steigender Anzahlungs-, Währungs-, Transport-, Liefer- oder Qualitätsrisiken gestützt werden kann, sind längt vorhanden und haben sich bewährt.“

Die große Spezialität der Hamburg Commercial Bank sind sogenannte dokumentäre Zahlungen im Außenhandelsgeschäft. Ob internationale Modeketten, mittelständische Streckenhändler oder Projektierer– viele dieser Firmenkundensegmente setzen seit Jahren auf die Karte Absicherung bei ihren grenzüberschreitenden Geschäften und das Know-how des Expertenteams der Hamburg Commercial Bank.

Laptop mit aktuellen Börsenkursen

Inkassi und Akkreditive auf dem Vormarsch

Rund 80 Prozent des Welthandels werden nicht-dokumentär abgewickelt. Besonders im Dienstleistungs- und Kapitalverkehr ist der nicht-dokumentäre Zahlungsverkehr die vorherrschende Zahlungsform. „Doch diese Handelsform setzt ein hohes Maß an Vertrauen zwischen den Vertragspartnern voraus. Wir empfehlen sie nur bei langjährigen Geschäftsbeziehungen“, sagt Beckmann. Er rät – gerade vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie auf allen Erdteilen – zu mehr Vorsicht und daher zu dokumentären Zahlungen. Hier kommen das Dokumenteninkasso und das Dokumentenakkreditiv ins Spiel: „Das Dokumenteninkasso ist dann empfehlenswert, wenn sich die Geschäftspartner schon kennen und sich auf Folgegeschäfte verständigen. Das Akkreditiv sollte immer dann Pflicht sein, wenn es sich um ein Erstgeschäft handelt und sich noch kein Vertrauensverhältnis zwischen deutschem Importeur und ausländischem Lieferanten herausgebildet hat“, erklärt der Trade-Finance-Fachmann. Beim Handel selbst mit vertrauten Partnern aus Ländern, bei denen die politischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Verhältnisse recht instabil sind, sollten umsichtige Importeure Dokumentenakkreditive nutzen.

Beim Dokumenteninkasso handelt es sich um ein klassisches Zug-um-Zug-Geschäft: Der Einzug (das „Inkasso“) eines vom Käufer geschuldeten Betrags erfolgt durch eine Bank im Gegenzug für die Aushändigung bestimmter Dokumente. Der Importeur kann sich auf diese Weise sicher sein, dass er für sein Geld auch die vereinbarten Warenwertpapiere erhält – und der ausländische Verkäufer wiederum hat die Gewähr, dass er für seine Produkte auch entlohnt wird. Im Detail gibt es noch zwei Unterformen des Inkassi: Bei den „Documents against Payment“ gewährt der Exporteur kein Zahlungsziel. Bei den „Documents against Acceptance“ tut er das.

„Schnelligkeit, Zuverlässigkeit, ein hohes Maß an Prozesssicherheit und das tiefe fachliche Verständnis sind unsere Trümpfe im internationalen Handelsgeschäft.“

Andreas Beckmann, Abteilungsdirektor und Team Head Trade Finance bei der Hamburg Commercial Bank

Schnelligkeit und Zuverlässigkeit im Dokumentengeschäft

Bei einem Akkreditiv handelt es sich nach Beckmanns Worten um ein „abstraktes und bedingtes Zahlungsversprechen eines Kreditinstituts des Importeurs gegenüber einem Begünstigten“. Die Akkreditive sind rein rechtlich komplett losgelöst vom eigentlichen Kaufvertrag oder Grundgeschäft. Banken wie die Hamburg Commercial Bank beschäftigen sich nur mit den Dokumenten, die sich auf die Ware beziehen, aber nicht mit der eigentlichen Ware.

In jedem regulär verlaufenden Geschäft kommt das Akkreditiv zum Einsatz. Das ist der zentrale Unterschied zur (Auslands-)Garantie: Diese wird nur dann von der Bank gezahlt, wenn der Garantiefall eingetreten und das Geschäft aus diversen Gründen gescheitert sein mag. Im Gegensatz zu Akkreditiven ist der rechtliche Rahmen bei Garantien vielfältiger: Garantien unterliegen in der Regel dem Recht des Landes der ausstellenden Bank, sofern kein expliziter Gerichtsstand genannt worden ist. Der Rahmen für Dokumentenakkreditive ist dagegen klar geregelt und unterliegt den „Einheitlichen Richtlinien und Gebräuchen für Dokumentenakkreditive“ (ERA).

Auf dieser weltweit anerkannten Grundlage lassen sich Akkreditive im Bedarfsfall auch sofort einsetzen: Insbesondere Händler reagieren direkt auf kleinste Marktveränderungen und greifen zu. „Durch unseren optimierten Bearbeitungsablauf können wir den Kunden binnen einer Stunde mit der Eröffnung von Importakkreditiven unterstützen“, sagt Andreas Beckmann. Auch bei zeitintensiveren Prozessschritten im Akkreditivgeschäft, wie zum Beispiel der Dokumentenprüfung, zeigen die etablierten KPIs eine maximale Bearbeitungszeit von 48 Stunden vom Eingang des Kundenauftrags bis zur Ausführung im Trade Finance Team der Hamburg Commercial Bank. „Schnelligkeit, Zuverlässigkeit, ein hohes Maß an Prozesssicherheit und das tiefe fachliche Verständnis sind unsere Trümpfe im internationalen Handelsgeschäft“, sagt Beckmann. Die Handelsfinanzierungsexperten der Bank arbeiten Hand in Hand mit den Relationship Managern des Firmenkundenbereichs zusammen, um die beste Lösung für die gemeinsamen Kunden in Zeiten des neuen Aufbruchs umzusetzen. Oder, um es mit Shakespeare zu sagen: „Es steigt der Mut mit der Gelegenheit.“