Clever liquide bleiben: Einkaufsfinanzierung mit Import-Akkreditiven

Oktober 2020 – Liquiditätssicherung und Liquiditätsschonung sollten in herausfordernden Zeiten wie diesen oberstes Gebot für Firmen sein. Besonders für Einkaufsunternehmen sind Import-Akkreditive eine echte Alternative zum klassischen Betriebsmittelkredit. Die Umschichtung von Bank- in Lieferantenverbindlichkeiten schont die Bilanz und eröffnet so neue Finanzierungschancen.

Einkaufswagen in der Schlange

„Akkreditive sind letztlich leicht zu durchschauen. Und vor allem sind sie auch eine Finanzierungsalternative für Unternehmen mit vielen nationalen Einkäufen“

Andreas Beckmann, Team Head Trade Finance der Hamburg Commercial Bank

Der Name ist Programm: „Working Capital“. Clevere Unternehmerinnen und Unternehmer gehen mit der Liquidität im Betrieb sorgsam und strategisch um – gerade in Krisenzeiten wie diesen ist Umsicht gleichbedeutend mit einer hohen unternehmerischen Überlebenswahrscheinlichkeit. Klassischerweise fremdfinanzieren sich deutsche Mittelständler über Betriebsmittelkredite ihrer Banken. Doch in wirtschaftlich fordernden Zeiten wie der aktuellen Corona-Konjunktur neigen sich selbst die dicksten Kredittöpfe irgendwann dem Ende zu.

Vor diesem Hintergrund wird ein langbewährtes, weithin unterschätztes Finanzinstrument hochinteressant: Import-Akkreditive. „Akkreditive umweht immer noch der Hauch des Komplexen und die Sage, diese Finanzinstrumente würden sich nur im Auslandsgeschäft anbieten“, sagt Andreas Beckmann, Team Head Trade Finance bei der Hamburg Commercial Bank (HCOB). Doch das Gegenteil ist nach seinen Worten richtig: „Akkreditive sind letztlich leicht zu durchschauen. Und vor allem sind sie auch eine Finanzierungsalternative für Unternehmen mit vielen nationalen Einkäufen“, sagt der Fachmann.

Parkplatz für Lastwagen

„Besonders geeignet sind Importakkreditive für hochfrequente Einkäufer mit größerem Volumen“

Gunda Wulf, Expert Trade Finance der Hamburg Commercial Bank

Ideales Instrument für regelmäßige Einkäufe

„Besonders geeignet sind Importakkreditive für hochfrequente Einkäufer mit größerem Volumen“, ergänzt Gunda Wulf, Expert Trade Finance im Team von Andreas Beckmann. Das können Handelsunternehmen sein, die in regelmäßigem Turnus große Warenmengen beziehen und ihre Lieferanten sofort bezahlen müssen. Aber auch Anbieter im Bereich der erneuerbaren Energien oder anderer Infrastrukturprojekte, die häufig Zulieferungen aus dem In- und Ausland erhalten und für das Begleichen das nötige Kapital stets ausreichend zur Verfügung haben müssen.

Regelmäßige Lieferungen und eine gute Dokumentation: Das sind die idealen Bedingungen für ein Akkreditivgeschäft. Die Spezialisten der HCOB entwickeln aus den jeweiligen Geschäftsmodellen ihrer Kunden einfache und smart zu bedienende Akkreditivstrukturen. In gemeinsamen Workshops sorgt die HCOB für einen reibungslosen Onboarding - Prozess für die etablierten Mitarbeiter ihrer Kunden. Die Sichtung der Dokumente dauert in der Regel nur wenige Tage – danach überweist die HCOB als eröffnende Bank ihrer Import - Kunden sofort den Gegenwert der Ware an den Lieferanten. Bei dieser ultraschnellen Zahlungsweise sichern sich Importeure auch wertvolle Lieferantenskonti. Denn Cash is king. Die importierenden Kunden der Hamburg Commercial Bank wiederum haben dann bis zu 270 Tagen Zeit, das Akkreditiv zurückzuzahlen.

Die von der HCOB übernommene Finanzierungsfunktion ermöglicht somit ihren Kunden dann auch bei Projekten mit längerer Laufzeit in dieser Phase für die Verarbeitung und den Vertrieb ihrer Waren zu sorgen.

Aus einer klassischen Bankverbindlichkeit beim Kredit wird damit eine Lieferantenverbindlichkeit. Mit Blick auf die Konditionen gibt es zwischen Kredit und Akkreditiv keine nennenswerten Unterschiede. „Das Akkreditiv ist nicht nur massentauglicher, sondern auch viel günstiger als sein Ruf“, meint Beckmann.

Dazu kommen die segensreichen bilanztechnischen Wirkungen: Durch die Reduzierung der Bankverbindlichkeiten verbessert sich die Passivseite der Bilanz. „Das hat positiven Einfluss auf die Ratingrelationen – und damit wiederum auf die Finanzierungsbedingungen des Unternehmens“, sagt HCOB-Experte Beckmann. Kluge Unternehmerinnen und Unternehmer lassen das Geld also für sich arbeiten.

Schaubild

Andreas Beckmann

 

Telefon: 040 3333-13693
Fax: 040 3333-613693
Zum Kontaktformular