HCOB setzt verstärkt auf geschlechtergerechte Sprache

November 2021 – Lange Zeit war das Bankgeschäft auch sprachlich männlich dominiert. Doch die Welt innerhalb der Bank und aufseiten der Kundinnen und Kunden ist längst diverser. Die Hamburg Commercial Bank möchte dem verstärkt Rechnung tragen, geht auch hier mit gutem Beispiel voran und setzt fortan auf den Gender-Doppelpunkt.

„Die Bank.“ „Die Finanzierung.“ „Die Liquidität.“ „Die Aktie.“ Diese Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Und sie zeigt: Das Geschäft von Banken ist seit jeher mindestens so weiblich wie männlich. Doch in der Praxis vieler Finanzinstitute spiegelt sich das in der intern wie extern verwendeten Sprache noch nicht annähernd wider.

Sprechblase

HCOB engagiert sich stark beim Thema Gendern

Die Hamburg Commercial Bank möchte das für ihren Teil jetzt intensivieren – und damit zu einem der Vorbilder für die deutsche Bankenbranche werden. „Sprache schafft Realitäten, prägt Verhalten sowie Denken und verstärkt die Sichtbarkeit. Wer geschlechtergerechte Sprache verwendet, kommt dem Ziel näher, die Welt so abzubilden, wie diese tatsächlich ist. Die geschlechtergerechte Sprache und ihr Gebrauch leistet somit einen wesentlichen Beitrag zur Realisierung von Chancengleichheit“, sagt Katrin Waechter. Sie ist seit Anfang 2021 Diversity-Managerin bei der HCOB – und verweist darauf, „dass unser Haus diesen Weg schon lange beschreitet. Bereits seit rund 20 Jahren gibt es hier eine hauptberufliche Gleichstellungsbeauftragte.“ Doch auch für die in Sachen Gleichberechtigung vergleichsweise sehr fortschrittliche HCOB bedeutet die jetzt beschlossene konsequente Umsetzung der geschlechtergerechten Sprache einen großen Schritt.

Wichtig ist Katrin Waechter dieser Punkt: „Beim Gendern geht es nicht allein darum, Frauen korrekt anzusprechen. Es geht auch darum, dass seit 2018 rechtlich verankerte dritte Geschlecht in die Sprache einzubeziehen. Um damit all diejenigen anzusprechen, die sich nicht der binären Geschlechterordnung zugehörig fühlen.“

Gender-Doppelpunkt prägt jetzt die Kommunikation der Bank

Um das gesamte Spektrum der Geschlechter sprachlich abzubilden, wird im deutschsprachigen Raum in schriftlichen Dokumenten vielfach mit verschiedenen Genderzeichen gearbeitet. Bei der Hamburg Commercial Bank wird in der geschriebenen Sprache ab jetzt einheitlich der Gender-Doppelpunkt (:) genutzt. Dieser zieht das Wort nicht auseinander. Zudem setzt er sich auch in immer mehr Medien, vor allem auch in den digitalen Medien durch.

Eine Norm, wie es sie zum Beispiel bei der Rechtschreibung gibt, existiert bei der geschlechtergerechten Sprache bislang noch nicht. „Richtig gendern“ heißt also nicht, „nach vorgegebenen Regeln zu gendern“, sondern die geschlechtergerechte Sprache situationsangemessen, sachlich richtig, inhaltlich korrekt, verständlich und ansprechend in der eigenen Sprachproduktion umzusetzen.

Noch immer wird häufig das generische Maskulinum verwendet, wenn eigentlich alle Geschlechter „mitgemeint“ sind. Bestes Beispiel sind „die Mitarbeiter“. Dieses sogenannte generische Maskulinum führt jedoch dazu, dass sich nicht alle Geschlechter angesprochen fühlen. Die Welt wird und wirkt dadurch männlicher, als sie eigentlich ist. Die weit verbreitete Annahme, die Verwendung des generischen Maskulinums trage zur besseren Lesbarkeit eines Textes bei, wurde inzwischen in zahlreichen psycholinguistischen Studien widerlegt. Entsprechend ist die Fußnote, die sich in manchen Texten wiederfindet und darauf verweist, dass „alle selbstverständlich gleichberechtigt angesprochen sind“, nicht mehr zeitgemäß.

Regenbogenfahne

Sprachgerechtigkeit wichtig für die Jobentscheidung

Die Förderung der Diversity auch durch eine gendergerechte Kommunikation ist ein zentrales Element der Arbeitgebermarke der Hamburg Commercial Bank. Judith Steinhoff, Global Head of HR der HCOB: „Das gehört heute einfach dazu, um ein attraktives Unternehmen zu sein. Genderkonformes Schreiben ist nicht nur für alle Menschen von Bedeutung, die schon heute bei uns beschäftigt sind. Besonders für Young Professionals spielt das Thema Chancengleichheit auch in der Ansprache eine zentrale Rolle bei der Entscheidung für eine Arbeitgeberin oder einen Arbeitgeber. Damit ist die gendergerechte Ansprache ein erfolgskritischer Beitrag, um Talente zu gewinnen und vor allem zu halten.“