Initiativen zum Klimaschutz für Banken immer wichtiger

Juli 2021 – Die Hamburg Commercial Bank (HCOB) hat sich offiziell der ‚Partnership for Carbon Accounting Financials‘ (PCAF) angeschlossen, einer global tätigen Brancheninitiative zur standardisierten Messung und Offenlegung von Treibhausgas-Emissionen für den Finanzsektor.

grün-rotes abstraktes Auge auf rosa Grund

An der Westküste Kanadas war jüngst zu beobachten, worauf sich die Menschen weltweit einstellen müssen und wovor der Weltklimarat der Vereinten Nationen (IPCC) eindringlich warnt. In ihrem jüngsten Berichtsentwurf skizzieren die Forscher, dass eine Erderwärmung um zwei Grad, weitere 420 Millionen Menschen dem Risiko von Hitzewellen aussetzen würde. Hinzu kommen Konsequenzen durch Wetterextreme wie Dürren und Überschwemmungen.

Das zeigt: Der Klimawandel hat spürbare Folgen, die Gesellschaft und Wirtschaft belasten. Das hat auch die Finanzwelt längst erkannt. In einer aktuellen Umfrage unter Mitgliedsbanken des Bundesverbands deutscher Banken antworteten 89 Prozent, dass sie in den kommenden zehn Jahren mit Auswirkungen des Klimawandels auch auf die Finanzbranche rechnen. Ihr Fazit: Mehr Klimaschutz geht nur mit den Banken.

Aber wie kann der Finanzsektor handeln, um die mit der Klimakrise verbundenen Gefahren zu mildern? Die vermehrte Finanzierung von nachhaltigen Investitionen und das Angebot von nachhaltigen Anlageprodukten sind ein sehr guter Anfang. Doch welchen Effekt haben diese Maßnahmen tatsächlich? Und wie können Banken in Zukunft Erhebungen zu Treibhausgasemissionen und Dekarbonisierung in ihrem Risikomanagement und bei Investitionsentscheidungen berücksichtigen?

grünes Blatt auf rosa Hintergrund

Um diese Fragen transparent zu beantworten, hat sich die Hamburg Commercial Bank der Partnership for Carbon Accounting Financials (PCAF) angeschlossen. Die global tätige Brancheninitiative entwickelt Standards zur Messung und Offenlegung von klimarelevanten Emissionen für den Finanzsektor. Auf diese Weise unternehmen die PCAF-Teilnehmer einen ersten Schritt, um klimabezogene Risiken zu bewerten, Ziele im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen festzulegen und wirksame Strategien zur Dekarbonisierung zu entwickeln.

„Mit dem Beitritt zur PCAF-Initiative unterstreichen wir die Bedeutung, die das Thema Nachhaltigkeit für unser Haus hat. Die Methodik ermöglicht es Finanzinstituten weltweit, die mit ihren Geschäften verbundenen Emissionen zu messen und offenzulegen“ sagt Daniel Roth, Leiter Strategie & Transformation der Hamburg Commercial Bank. „Das Ziel ist eine konsistente und vergleichbare Datenbasis, um ein Monitoring der Fortschritte bei der Reduzierung des Treibhausgas-Emissionen zu ermöglichen.“

Während die Ermittlung der Emissionen einzelner Unternehmen oder Projekte bereits weitgehend vereinheitlicht ist, wurden die sogenannten ‚Financed Emissions‘, also die Emissionen auf Portfolio-Ebene bis her mit verschiedenen Ansätzen ermittelt, die wenig vergleichbare Ergebnisse lieferten. Indem Marktteilnehmer der Finanzbranche mit dem PCAF-Ansatz nun ein konsistentes und harmonisiertes Verfahren nutzen, steigt die Vergleichbarkeit. „Wir werden die entstehende Transparenz nutzen, um unsere eigene Nachhaltigkeitsstrategie weiter zu verbessern und unsere Kunden bei der Reduzierung von Treibhausgas-Emissionen zu unterstützen“, sagt Daniel Roth.

International beginnt sich der PCAF-Standard bereits durchzusetzen. Mit rund 140 Banken und Investoren weltweit repräsentieren die PCAF-Mitglieder ein verwaltetes Vermögen von mehr als 43 Billionen US-Dollar. In Deutschland gehört die Hamburg Commercial Bank mit zu den Vorreitern. Sie plant, die mittels der PCAF-Methodik ermittelten Emissionen spätestens nach drei Jahren offenzulegen.