Die Transformation der HCOB: Kommunikation ist das A und O

Mai 2021 – Von der Landesbank zur privatisierten Spezialbank: Der Weg der Hamburg Commercial Bank zeugt von Mut und ist bis dato beispiellos in Deutschland. Welche Rolle dabei die aktuellen und künftigen Mitarbeiter:innen spielen, erzählt HR-Chefin Judith Steinhoff in der Maiausgabe des renommierten Fachmagazins „Personalführung“.

Bild Judith Steinhoff

„Nicht viele im Markt haben an uns geglaubt. Aber dieser Bank ist die Wende gelungen, mit ihren Mitarbeitenden, die sehr loyal sind und waren und die diesen zuweilen schwierigen Weg engagiert mitgegangen sind.“ Im Interview der Maiausgabe von „Personalführung“, der führenden Fachzeitschrift für Personalmanagement unter der Herausgeberschaft der Deutschen Gesellschaft für Personalführung, nimmt Judith Steinhoff kein Blatt vor den Mund. Mit dieser radikalen Offenheit und Transparenz hat es Steinhoff, Global Head of HR bei der Hamburg Commercial Bank, sogar aufs Cover geschafft.

Das Interview ist nicht nur ein Beweis ihrer engagierten Arbeit und der des gesamten HR-Teams der HCOB in den vergangenen Jahren. Es ist zugleich ein Dokument des radikalen Wandels des Finanzhauses, der bis heute anhält. Ein Wandel, der nicht nur eine Spezialisierung des Bankengagements mit sich brachte. Sondern vor allem einen Wandel in den Köpfen und den Verhaltensweisen aller Mitarbeiter:innen erforderte.

Eine Person geht eine mintfarbende Treppe mit pinken Turnschuhen hinauf

Neue Leistungskultur als Ziel

„Wir haben den kulturellen Wandel noch nicht abgeschlossen, falls das überhaupt möglich ist. Im dritten Jahr unserer Transformation wollen wir unsere starken KPIs halten und weiter an unserer Profitabilität arbeiten. Es geht darum, unter dem Claim ,Pleasure to win‘ eine Leistungskultur zu etablieren, mit Freude am Wettbewerb und zum Wohl unserer Kund:innen. Dazu gehört, dass jede und jeder das Ganze sieht und Ownership übernimmt“, sagt Steinhoff im mehrseitigen Interview.

Um die Kosten zu senken, hat die HCOB in den zurückliegenden Jahren die Sachkosten massiv gesenkt. Das ging nicht ohne die Trennung auch langjährig verdienter Mitarbeiter:innen – gerade für Steinhoff, die seit zwei Jahrzehnten in unterschiedlichen Rollen bei der HCOB und ihrem Vorgängerinstitut tätig ist, keine leichte Aufgabe. „Das ist in einer nicht produzierenden Branche wie der unseren, in der es zum Teil auf sehr spezielles Know-how ankommt, eine ganz besondere Herausforderung. Ein Stellenabbau betrifft nicht nur jene, die das Haus verlassen, sondern auch die verbleibende Belegschaft. Daher gilt es, Perspektiven aufzuzeigen und als Arbeitgeber attraktiv zu sein. Ich denke, wir haben da eine gute Balance gefunden. Erfolgskritisch für unsere Personalarbeit ist es, Zukunftsthemen zu besetzen und das richtige Timing zu finden“, sagt Steinhoff.

Dazu gehörte auch, den optimalen Zeitpunkt für den Roll-out der neuen Employer-Branding-Kampagne zu finden: „Hamburg Commercial Bank. Mutiger.“ Anfang 2021 war es so weit – und, wie sich heute feststellen lässt, ist das ein voller Erfolg geworden.

Auf acht überfachliche Kompetenzen kommt es an

Eine große Transformation, wie sie die Hamburg Commercial Bank bewerkstelligt hat und immer noch bewerkstelligt, bietet die Chance, vieles neu zu denken. Etwa das eigene Performance-Management-System: „Wir haben bereits zu Beginn der Transformation und unter Einbindung

des Betriebsrats überlegt, welche Qualifikationen wir neben den fachlichen Anforderungen von unseren Kolleg:innen zukünftig erwarten. In einem umfassenden Diskurs wurden acht überfachliche

Kompetenzen entwickelt: Kundenfokus, Verbindlichkeit, Effizienz, unternehmerisches und neues Denken, Flexibilität, Inspiration und Kooperation.“

Das Ziel dahinter formuliert Steinhoff im Interview mit dem Magazin „Personalführung“ so: „Wir wollen ein umfassendes Bild über unsere Belegschaft bekommen. Wo stehen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Sachen Leistung und Potenzial?“ In den Personalkonferenzen berät das HR-Team über die Ergebnisse und nimmt diese „als Basis für Entwicklungsmaßnahmen, die Neubesetzung freiwerdender Stellen und die Förderung von Talenten“.

Besonders am Herzen liegt Steinhoff, aber auch dem Vorstand der Bank das Thema Frauenförderung. Im vergangenen Jahr beschloss der oberste Führungskreis ein umfangreiches Maßnahmenbündel, darunter auch eine Quote. Innerhalb von vier Jahren sollen 33 Prozent der Bereichsleitungen, also der obersten Managementebene unterhalb des Vorstands, und der Abteilungs- sowie Senior-Expert:innen-Funktionen mit Frauen besetzt werden. Derzeit sind drei der 17 Bereichsleiter:innen weiblich. Auf der Führungsebene darunter sowie der Senior-Expert:innen-Ebene liegt der Anteil bei etwa 20 Prozent. Da ist noch ein Weg zu gehen“, gibt Steinhoff offen zu.

Sie engagiert sich zudem sehr für junge Talente. „Besonders erfolgreich sind wir bei der Akquise von Trainees. Wir rekrutieren jedes Jahr 15 junge Menschen für unser anderthalbjähriges Traineeprogramm und die allermeisten wurden in den vergangenen Jahren auch übernommen“, berichtet die HR-Expertin.

Bild Trainee

Mindset und Haltung entscheiden wesentlich über den Erfolg

Der fundamentale Wandel hat auch vor dem HR-Team selbst nicht Halt gemacht. „Wir kommen aus einer HR-Organisation mit mehreren Abteilungen und mehr als 50 Mitarbeitenden“, sagt sie im Interview. „Wir haben unsere Strukturen gerafft. Auch HR muss sich radikal auf die wertschöpfenden Prozesse einlassen und hinterfragen: Wo schaffen wir Mehrwert und wo nicht?“

Bei allen Prozessveränderungen ist Steinhoff eine Sache besonders wichtig: „Kommunikation ist das A und O. Und dabei sind die harten Fakten nur die eine Seite. Genauso entscheidend sind Mindset und Haltung.“ Ein ganz wichtiges Format sind aus ihrer Sicht die Push-for-Result-Meetings, in denen die Führungskräfte intensiv in den Austausch gehen. Bemerkenswerte Arbeit leisten auch die 20 „Result Agents“. Das sind Kolleg:innen, „von denen wir überzeugt sind, dass sie unseren Weg mitgehen können und wollen – und die zugleich kritische Geister sind. Deshalb geben wir ihnen

Raum und ermutigen sie, auch dem Vorstand gegenüber kritisches Feedback zu geben“. Hamburg Commercial Bank – wirklich einfach „Mutiger“.

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Judith Steinhoff

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