Marktexpertise Eco Shipping: Innovationsschub durch Eco-Schiffe und Nachrüstung

Trotz der Krise setzen Reeder aktiv auf Neubau von Eco-Schiffen und Retrofitting
Reeder fordern verlässliche internationale Emissionsvorschriften
Zweigeteilter Markt mit unterschiedlichen Charterraten für moderne Eco-Designs und ältere Standarddesigns erwartet

Hamburg/Kiel, 13. November 2013 - Nationale und internationale Reedereien bauen derzeit neue Flotten mit modernen Eco-Schiffen auf und rüsten gleichzeitig einen Teil ihrer Bestandsschiffe nach, um diese effizienter zu betreiben (Retrofitting).

Ziel ist, den wachsenden Herausforderungen der weltweiten Schifffahrt in Bezug auf Effizienz und Umweltvorschriften gerecht zu werden. Das ergibt die erstmals von der HSH Nordbank veröffentlichte Marktexpertise zum Thema „Eco Shipping“. Diese zeichnet auf Basis einer Kundenumfrage ein Stimmungsbild der Branche. Rund 60 Reeder beteiligten sich und machten Angaben zu ihren Vorbereitungen auf die neuen verschärften Emissionsvorschriften, effizienzsteigernden Maßnahmen sowie zu der damit verbundenen Kosten- und Finanzsituation. 44 Prozent der teilnehmenden Reedereien haben ihren Firmensitz in Deutschland, rund 40 Prozent im übrigen Europa mit Schwerpunkt Griechenland, 11 Prozent in Nordamerika und 4 Prozent in Asien.

Die Schifffahrt braucht als globalisierte Branche verlässliche internationale Emissionsvorschriften, darin sind sich fast 90 Prozent der Reeder einig. Hintergrund: Die neuen Vor-schriften der International Maritime Organisation (IMO) fordern in bestimmten „Umweltzonen auf See“, den so genannten Emission Control Areas (ECAs), ab 2015 eine Reduzierung des maximal zulässigen Schwefelgehalts im Schiffstreibstoff von einem Prozent auf 0,1 Prozent sowie eine weitere Senkung der Stickoxid-Emissionen von bis zu 80 Prozent. Die Sonderzonen erstrecken sich zunächst auf Nord- und Ostsee und fast die gesamte nordamerikanische Küste. Weitere ECAs sind für den Mittelmeerraum und Japan geplant. Obwohl die Umweltbilanz pro transportierter Tonne unter allen Transportträgern in der Seeschifffahrt nach wie vor am vorteilhaftesten ist, emittiert die Schifffahrt jährlich mehr als zwölf Millionen Tonnen Schwefeloxid und über 20 Millionen Tonnen Stickoxid. Neben Rußpartikeln, Schwefeloxid und Stickoxiden enthalten Schiffsabgase Schwermetalle, Asche und Sedimente.

„Der drastische Rückgang der Charterraten, steigende Bunkerpreise und schärfere IMO-Vorschriften erfordern von den Schifffahrtsunternehmen, ihre Betriebskosten zu minimieren und gleichzeitig einen umweltschonenden Schiffsbetrieb zu gewährleisten“, sagt Ingmar Loges, Global Head Shipping International Clients der HSH Nordbank. „Drei Viertel der an der Umfrage teilnehmenden Reeder investieren bereits heute in effizienzsteigernde Maßnahmen, um den deutlich höheren Treibstoffkosten und Umweltauflagen gerecht zu werden“, sagt Loges. Fast die Hälfte der Reeder setzt dabei auf den Bau neuer „Eco-Schiffe“. Dabei handelt es sich um Schiffstypen, die in ihrer gesamten Planung und Auslegung nach neuesten energieeffizienten und umweltfreundlichen Standards gebaut werden. Außerdem rüsten 42 Prozent der an der Umfrage teilnehmenden Reeder ihre fahrende Flotte nach, um deren Effizienz zu steigern. 36 Prozent der Unternehmen geben an, dass sie ihre Schiffe mit einem deutlich teureren Treibstoff bebunkern, der im Vergleich zum herkömmlichen Schweröl wesentlich emissionsärmer ist.

Reeder rüsten die Hälfte ihrer Flotte um

„Immerhin 29 Prozent der Reeder gaben in unserer Umfrage an, mehr als die Hälfte ihrer gesamten Flotte umzurüsten“, sagt Christian Nieswandt, Global Head Shipping Domestic Clients der HSH Nordbank. 38 Prozent der Reeder modernisieren allerdings nur bis zu zehn Prozent der eigenen Flotte. „Generell gilt, dass Investitionen in die Nachrüstung bei großen, neueren Schiffen wirtschaftlich sinnvoller sind als bei kleinen, älteren“, sagt Nieswandt.

Ein Drittel der Reeder berichtet, dass vor allem die Optimierung und Modifikation von Ruder und Propeller zu den wichtigsten Umbaumaßnahmen zur Effizienzsteigerung zählen. Aber auch nachträgliche Optimierung von Bug bzw. Rumpf gehören für ein Fünftel der Reeder zu den wichtigsten Verbesserungen. 22 Prozent der Reeder investieren in die Nachrüstung mit Scrubber-Technologie, die Motorenabgase entschwefelt.

62 Prozent der Reeder ordern Neubauten – fast alle im Eco-Design

Zum Zeitpunkt dieser Umfrage haben bereits 62 Prozent der Reeder Neubauten geordert oder planen dies im kommenden Jahr. Davon geben fast alle (94 Prozent) der Reeder an, ihre Neubauten ab Werft mit effizienzsteigernden Maßnahmen auszurüsten. Nur sechs Prozent der Reeder ordern ein Standarddesign. Diese neue Generation der Eco-Schiffe wird die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Flotte gefährden, darin sind sich 60 Prozent der Unternehmen einig. Fast 90 Prozent sind sogar der Meinung, dass es künftig einen geteilten Markt mit unterschiedlichen Charterraten für Standarddesigns und Eco-Designs geben wird. „Das bedeutet, dass ältere Standarddesigns künftig zunehmend weniger rentabel sein werden“, erläutert Nieswandt: „Zum einen leiden sie im Vergleich zu den modernen Schiffen mit Eco-Design unter geringeren Chartererlösen, gleichzeitig erzeugen sie deutlich höhere Betriebskosten.“

Reeder investieren mehrheitlich bis zu einer Million US-Dollar pro Schiff in Retrofitting

35 Prozent der Reeder sind bereit, bis zu einer halben Million US-Dollar durchschnittlich pro Schiff in Retrofitting zu investieren. Ein knappes Drittel der Reeder rechnet mit Kosten zwischen einer halben und einer Million US-Dollar. Insgesamt erwarten mehr als 80 Prozent der befragten Reeder, dass sich ihre Investitionen für Nachrüstungsmaßnahmen bereits in ein bis fünf Jahren amortisieren werden.

Die Marktexpertise Eco Shipping der HSH Nordbank zeigt, dass sich die Reeder mit Maßnahmen zur Effizienzsteigerung ihrer fahrenden Flotte und dem Kauf moderner Schiffe aktiv den wirtschaftlichen und ökologischen Herausforderungen stellen. Insgesamt steht die internationale Seeschifffahrt damit trotz anhaltend schwieriger Rahmenbedingungen vor einem bemerkenswerten Innovationsschub durch Eco-Schiffe und Retrofitting.



Die Marktexpertise Eco Shipping finden Sie hier


Die in dieser Pressemitteilung enthaltenen Informationen sind kein Verkaufsangebot für jedwede Art von Wertpapieren der Hamburg Commercial Bank AG. Wertpapiere der Hamburg Commercial Bank AG dürfen nicht ohne Registrierung gemäß US Wertpapierrecht in den USA verkauft werden, es sei denn ein solcher Verkauf erfolgt unter Ausnutzung einer entsprechenden Ausnahmevorschrift.

Diese Presseinformation kann zukunftsgerichtete Aussagen enthalten. Diese Aussagen basieren auf unseren Einschätzungen und Schlussfolgerungen aus uns zum jetzigen Zeitpunkt vorliegenden Informationen, die wir als zuverlässig erachten. Zukunftsgerichtete Aussagen beinhalten sämtliche Informationen, die nicht lediglich historische Fakten wiedergeben, einschließlich Informationen, die sich auf mögliche oder erwartete zukünftige Wachstumsaussichten und zukünftige wirtschaftliche Entwicklungen beziehen.

Solche zukunftsgerichtete Aussagen stützen sich auf Schlussfolgerungen, die sich auf zukünftige Ereignisse beziehen und hängen ab von Ungewissheiten, Risiken und anderen Faktoren, von denen eine Vielzahl außerhalb der Möglichkeit unserer Einflussnahme steht. Entsprechend können tatsächliche Ergebnisse erheblich von den zuvor getätigten zukunftsgerichteten Aussagen abweichen. Wir können keine Haftung für die Richtigkeit oder Vollständigkeit dieser Aussagen oder das tatsächliche Eintreten der gemachten Angaben übernehmen. Des Weiteren übernehmen wir keine Verpflichtungen zur Aktualisierung der zukunftsgerichteten Aussagen nach Veröffentlichung dieser Information.